Diplomarbeit Teil A
Thema nach Wahl: Zu Thema 3 Der Behinderte in der
Gesellschaft
1. Einleitung
Die menschliche Gesellschaft
besteht aus gesunden, kranken und behinderten Menschen. Als gesund
gilt jemand nicht schon bei Abwesenheit von Krankheit, denn das
Wohlbefinden eines Menschen kann sowohl durch körperliche,
seelische und soziale Störungen beeinträchtigt sein.
Gesundheit ist vielmehr nach der Definition der
Weltgesundheitsordnung der Zustand völligen physischen,
psychischen, sozialen und weltanschaulichen
"Wohlseins".
Das Schlüsselwort dieser Definition lautet
Wohlseins".
Ein körperlich, geistig
und sozial gesunder Mensch kann mit seinem Leben in seiner Welt
zurechtkommen, ohne sich zu überanstrengen; er kann mit allen
Schwierigkeiten und Schicksalsfragen wie Krankheit, Leid und Tod
zurechtkommen; er sollte auf Fragen, die den Sinn des Lebens
betreffen, Antwort finden können.
Ganz allgemein kann man sagen: Gesund ist der Mensch, wenn er in
der Lage ist, in sich fortwährend verändernden Umständen
harmonisch zu leben.
Als krank gilt jemand nicht nur, wer sich nach eigenen Angaben
unwohl fühlt bzw. jemand, dessen Ablauf der Lebensgewohnheit
und/oder der Arbeits- und Genussfähigkeit durch sich-
nicht- Wohlfühlen" gestört ist, sondern auch jemand,
dessen Wohlsein durch psychische und/oder soziale Störungen
beeinträchtigt wird.
Es gibt viele Menschen, die glauben gesund zu sein, die von ihrem
Kranksein nichts bemerken, d. h, sie fühlen sich (subjektiv)
wohl, obwohl sie (objektiv) krank sind. Raucher/innen z. B.
fühlen sich nach eigenen Angaben meist Jahre oder sogar
Jahrzehnte lang wohl bzw. gesund, verspüren also keinerlei
Schmerzen, auch wenn bereits ernsthafte Krankheitszustände
aufgrund des Rauchens in ihrem Körper herrschen.
Sie werden nach einer z. B. ärztlichen Routineuntersuchung über
ihr eventuelles Kranksein (z. B. Bluthochdruck, Koronaleiden
etc.) informiert, denn Untersuchungen haben erschreckende
Zusammenhänge zwischen dem Rauchen, vor allem dem
Zigarettenkonsum und dem u. a. Lungenkrebs zu Tage gefördert.
Es ist nicht mehr zu leugnen, dass der Mensch, der größere
Mengen Tabak konsumiert, wesentlich anfälliger für Lungenkrebs
und andere Krebsarten (Kehlkopfkrebs) ist, als der Nichtraucher.
Durch Rauchen gelangt Nikotin in den Organismus.
Da Nikotin die Herzkranzgefäße (Koronagefäße) erweitert, die
Herzfrequenz steigert und den Blutdruck erhöht, ist die Gefahr
der Erkrankungen an Koronaleiden (Angina pectoris) oder eines
Herzinfarktes sehr groß.
Nikotinmissbrauch erhöht außerdem das Risiko von
arteriosklerotischen Gefäßveränderungen in den Extremitäten
(z. B. das sog. Raucherbein) und die Entstehung von
Schleimhautgeschwüren im Bereich des Magen und
Zwölffingerdarms.
Neben dem Nikotin werden beim Verbrennen des Tabaks eine große
Zahl weiterer Giftstoffe freigesetzt und schlagen sich als Teer
auf der Schleimhaut der Luftwege nieder.
Die Folgen sind Entzündungen im Bereich von Rachen, Kehlkopf und
Bronchien (Raucherbronchitis).
Ferner beeinträchtigt Nikotin in größeren Mengen das
Sehvermögen und blockiert Nervenimpulse - mit anderen Worten -
es stumpft ab. Zudem sollte erwähnt werden, dass das Nerven- und
Blutsystem des weiblichen Geschlechts für Tabakgifte besonders
empfindlich und empfänglich ist.
Es kann zu folgenden Krankheiten kommen: Über- und Unterfunktion
der Schilddrüse, Störungen der körperlichen Entwicklungen und
der Regelblutungen, Sterilität, geminderte Geschlechtlichkeit,
Eileiterkrämpfe, Fehlgeburten sowie frühes- also vorzeitiges
Altern.
An diesem Beispiel wird deutlich, dass Krankheit und Gesundheit
keine scharf voneinander zu trennenden Zustände sind.
Vielmehr gehen sie zu Beginn einer Krankheit fließend ineinander
über. Aufgrund dessen erkennt man nicht immer gleich oder ganz
sicher, dass man krank ist. Ehe eine Krankheit zu Tage tritt,
gehen im Körper unmerkliche Veränderungen vor sich. So können
ernsthafte Krankheitszustände im Körper herrschen, ohne dass der Betroffene Schmerzen verspürt.
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Zu Teil A Punkt 2
Die Behinderung
Als behindert können alle
Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gelten, deren Teilnahme am
Leben der Gesellschaft auf Grund einer körperlichen und, oder
seelisch- geistigen Beeinträchtigung wesentlich erschwert ist .
Behinderungen können z.B. auf Grund von Beeinträchtigungen des
Sehens, des Hörens, der Sprache, der Intelligenz, der
Emotionalität, des Stütz- und Bewegungsapparates oder des
äußeren Erscheinungsbildes einer Person oder auf
Funktionsstörungen im Bereich der inneren Organe beruhen.
Behinderte Menschen sind nicht un- bzw. abnormal; sie sind nicht
invalide und auch nicht gebrechlich im Sinne von unzulänglich
(sie können oftmals außergewöhnliche Dinge). Behinderte
Menschen sind ganz einfach als a n d e r s" zu
bezeichnen.
An dieser Stelle sollte erwähnt werden, dass der Terminus
a b n o r m" zu Recht fallengelassen wurde, denn er
ist eine Bezeichnung, die von außen an das Individuum
herangetragen wurde; die sein A n d e r s s e i n "als
Herausforderung kennzeichnet.
Die Definition "behindert" dagegen geht von einer
Person , also vom Subjekt aus und bezeichnet die Tatsache, dass es Schwierigkeiten bzw. Hindernisse in der Bewältigung
alltäglicher Aufgaben gibt, die nicht ohne Hilfen zu überwinden
sind.
Mit der Bezeichnung B e h i n d e r u n g" wird also
versucht den Zustand eines Menschen ohne Wertung zu beschreiben.
Leider ist es eine Tatsache, dass heute oftmals Behinderung im
Sinne von Abnormalität verstanden und auch behandelt wird.
Es gibt also
normale" Menschen und Menschen, die nicht
unnormal", sondern a n d e r s" sind.
N o r m a l" kommt von dem Begriff N o r m"
und bedeutet das allgemein übliche, das Regelrechte bzw. das
Vorschriftsmäßige oder das der Norm Entsprechende.
Ein Mensch, der gerade gewachsen ist, dessen Glieder in
bestimmten Proportionen zueinander und zu seinem Körper stehen
und voll funktionsfähig sind, gilt als n o r m a l".
Da Individuen keine Fließbandware sind, die nach ein und
demselben Muster geformt sind; es gibt große und kleine
Menschen, dicke und dünne, welche mit braunen und welche mit
blauen Augen.
Diese Vielfältigkeit akzeptieren wir im Rahmen der N o r m
a l i t ä t ".
Ein sog. Albino z B., also ein Mensch mit roten Augen fällt
bereits aus diesem Rahmen heraus .Die Problematik ergibt sich
daraus, dass Normen und Regeln zumeist von Menschen gemacht und
auch verändert werden können .Man kann auch sagen, was
normal" ist, bestimmt die jeweils geltende Norm.
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Zu Teil A : Punkt: 2.1.
Arten von Behinderungen
So wie es ganz unterschiedliche
Arten von Krankheiten gibt, so existieren auch verschiedene Arten
von Behinderungen.
Man unterscheidet körperlich Behinderte, geistig Behinderte und
sozial Behinderte, die als Verhaltensgestörte oder Psychopathen
bezeichnet werden.
Zu
Teil A: Punkt: 2.1.1
Da es im körperlichen
Bereich etliche Arten von Behinderungen gibt. vor allem an
Gehör, Augen, Sprache, aber auch Lähmungen, Verlust der Glieder
u.ä., werden diese wie folgt differenziert:
1. Körperbehinderungen an Haltungs- und Bewegungsapparat;
2. Behinderungen der Sinnesorgane;
3. Behinderungen durch organische Abweichungen oder durch
tiefgreifende Krankheitsprozesse.
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Zu Teil A:
Punkt: 2.1.2.
Die geistig Behinderten
unterscheidet man nach dem Grad ihrer Intelligenz in:
1. Debile
2. Imbezile
3. Idioten
Ergebnisse von Intelligenztests weisen auf den Schweregrad einer
geistigen Behinderung, die man auch als Oligophrenie
bezeichnet, hin.
Der Intelligenztest ist ein aus mehreren Aufgaben (oder auch
Aufgabengruppen) bestehender psychologischer Test zur Messung der
Intelligenz, wobei das Resultat in einem Quotienten
(Intelligenzquotienten I Q ) ausgedrückt wird.
Liegt nun der IQ gemäß der Einteilung der Intelligenzdefekte
durch die WHO (1967) zwischen 50 und 70 handelt es sich um einen
leichten Schwachsinnsgrad (Debilität);liegt der IQ zwischen 30
und 50 handelt es sich um den mittleren Schwachsinnsgrad
(Imbezilität) und wenn es sich um den höchsten Schwachsinnsgrad
(Idiotie) handelt, liegt der IQ unter 25.
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Zu Teil A Punkt: 2.1.3.
Sozial Behinderte werden
ebenfalls in zwei Gruppen unterteilt:
1. Psychopathen, deren Anpassungsstörungen auf Vererbung
zurückzuführen sind;
2. Psychopathisierte oder Soziopathen, deren Anpassungsstörungen
durch Umwelteinflüsse verursacht wurden.
Soziopathie" ist eine Form der Psychopathie, die sich
vor allem durch sozial auffälliges, abnormes Verhalten wie z.B.
Kriminalität oder Vagabundieren äußert.
Psychopathie" ist ein seelisches Leiden, das sich in
Affekt- und Verhaltensstörungen äußert.
Es kann auf vererbten Anlagen allein oder auf deren
Wechselwirkung mit der Umwelt oder die Umwelt allein
zurückgeführt werden.
Psychopathie ist zwar eine stärkere Abweichung von
den durchschnittlichen Verhaltensweisen, kann jedoch nicht als
eine Gemüts - oder Geisteskrankheit bezeichnet werden.
Sie äußert sich beim Psychopathen z.B. in heftiger
Impulsivität, Verantwortungslosigkeit, in der Unfähigkeit zu
Angst, Reue, Schuldgefühl oder Zuneigung, in Deprimiertheit,
Geltungsbedürfnis, Selbstunsicherheit, Ängstlichkeit,
Überempfindlichkeit oder Verschrobenheit.
Bei Handlungen werden die Folgen für andere und für sich selbst
nicht bedacht.
Verschiedene Arten von Psychopathen lassen sich wiederum
unterscheiden.
Zu nennen sind z.B. Kleptomanen (Menschen mit Stehldrang);
Pyromanen (Menschen mit krankhaftem Drang Feuer zu legen- also
Brandstifter) ; Sadisten (Menschen mit Lust an Quälereien) ,
Masochisten (Menschen mit Lust am Erdulden von Quälereien),
Exhibitionisten (Menschen mit Neigung zur Entblößung der
Geschlechtsteile in der Öffentlichkeit ) und Voyeure (heimliche
Zuschauer bei sexueller Betätigung anderer.
Ferner werden hyperthyme" und hypothyme"
Psychopathen differenziert.
Hyperthyme" Psychopathen wie z.B. Querulanten
(Menschen, die einen ständigen Kampf gegen vermeintliches
Unrecht führen; für den Querulanten stellt sein Unrecht eine
ständige Quelle der Inspiration dar ; er bewundert und verehrt
sein Unrecht und ist bereit, ihm alles zu opfern; Querulanten
sind quasi ihr Leben lang am klagen bzw. prozessieren ) oder
Hochstapler (diese Menschen besitzen ein Überschuss an
Phantasie, das ohne Rücksicht auf andere überschäumt ) sind
Individuen mit einem Zuviel" an Lebensenergie.
Diese Menschen sind ausgesprochen lebhaft; also quicklebendig ;
sie sind sehr gesprächig und übertrieben motorisch aktiv und
leicht reizbar- also hitzköpfig.
Hypothyme" Psychopathen dagegen sind Menschen, die
unter einem Mangel an Lebensenergie leiden.
Sie sind z.B. depressiv, schwermütig, entschlusslos ohne reale
Ursache.
Der Kontakt zur Umwelt ist bei einem hypothymen Psychopathen
ernstlich gestört; es besteht eine erhöhte Gefahr zu
Selbstmord.
Daneben gibt es die sog. dysthymen" Psychopathen, die
durch ihre Labilität charakterisiert sind.
Diese Menschen fallen von einer Spannung in die andere ; sie sind
immer gleich schlechter Laune ; sie sind nervös und
selbstunsicher und sie Können sich ohne weiteres hinsichtlich
einer Bagatelle fürchterlich aufregen. Auf Grund ihrer
Labilität sind sie unsicher und leben häufig in Misstrauen und
Argwohn.
Als
Triebgestörte Psychopathen" werden:
a: Menschen
mit krankhafter Antriebsschwäche und
b: Menschen mit krankhafter Triebhaftigkeit bezeichnet.
Menschen mit krankhafter Antriebsschwäche stehen mit einer
unterentwickelten Lebensenergie im Leben ; sie sind
antriebsschwach bzw. schlapp"; ihre körperlichen
Haltung, aber auch ihre ganze Lebenseinstellung ist quasi
kraftlos; sie können sich nicht durchsetzen und erliegen nur
allzu leicht z.B. dem Alkohol, irgendwelchen Drogen oder dem Sex.
So ist es zu erklären, dass man diese Menschen vielfach unter
Alkoholikern, Drogensüchtigen, Prostituierten und Landstreichern
antrifft.
Menschen mit krankhafter Triebhaftigkeit dagegen besitzen ein
Zuviel" an Triebenergie.
Dieses Zuviel" an Triebenergie kann verschiedene
Triebe betreffen.
Zu nennen
sind u. a.:
1.
übertriebener Todestrieb (z. B. bei Märtyrern);
2. zu großer Machttrieb (z. B. bei diktatorischen Figuren wie A.
Hitler);
3. zu starker egoistischer Trieb (z. B. bei Fanatikern oder
Masochisten);
4. ausgeprägter Vernichtungstrieb (z. B bei Sadisten oder
Sprengstoffattentätern)
Störungen der erotisch- sexuellen Triebe Können zu allerlei
Perversionen (zwanghaften Abweichungen im sexuellen Verhalten)
wie z. B. Exhibitionismus, Fetischismus (sexuelle Bindung an
bestimmte Körperteile oder Gegenstände wie Schmuck,
Unterwäsche etc.) Sodomie (Geschlechtsverkehr mit Tieren),
Transvestitismus oder Travestie (Lust am Tragen der Kleidung des
anderen Geschlechts), Nekrophilies (sexuelle Handlungen an Toten)
und zahllosen anderen sexuellen Verwirrungen führen.
Der holländische Psychologe van den Berg schreibt dazu, ich
zitiere: Eine gewisse (kleine) Dosis Sadismus, Masochismus, Fetischismus und Exhibitionismus gehört - zum normalen Besitz
jedes ehrsamen Bürgers, der es jedoch versteht, die mit diesen
Ausdrücken bezeichneten Besonderheiten in seinem heterosexuellen
Beziehungen unterzubringen".
Auch für die Homosexualität gilt, was bereits über die anderen
Störungen angemerkt wurde. Van den Berg schreibt, ich zitiere
wiederholt: Niemand ist völlig frei von einem gewissen
Quantum Homosexualität".
Charakterisierend für den in seinem erotisch- sexuellen
Triebleben gestörten Menschen ist es, dass er seine Störung n i
c h t in seine Haltung und sein Verhalten gegenüber dem anderen
Geschlecht einzuweben vermag.
Dieser Mensch erfüllt dann seine Befriedigung z. B. dadurch, dass er wie das andere Geschlecht gekleidet geht
(Transvestitismus ); dass er Geschlechtsverkehr mit Toten
(Nekrophilie) oder mit Tieren (Sodomie) hat oder die sexuelle
Ekstase wird durch Gegenstände wie Unterwäsche (Fetischismus)
hervorgerufen.
Zu Defekten wie Infantilismus " (Kindlichkeit-
Zurückbleiben auf der körperlichen und/oder seelischen
Entwicklungsstufe eines Kindes) und Nazismus"
(Selbstliebe -, also eine Art Verliebtheit in die eigene Person)
kann es durch
a: Störungen verschiedener Triebe und
b: durch Störungen in der Entwicklung bestimmter Triebe kommen.
Infantile Menschen Können psychisch und auch sozial quasi nie
ganz erwachsen werden; sie sind außerstande dauerhafte Bande zu
knüpfen; sie sind Zeit ihres Lebens sexuell neugierig und
benehmen sich selbst im reiferen Alter wie Kinder vor der
Pubertät.
Beim Nazismus handelt es sich um Menschen, die sich stets in den
Mittelpunkt des Interesses stellen; der Weg zu den Mitmenschen
ist für sie versperrt; sie sind gleichsam in sich selbst
eingekapselt und sie verwenden allergrößte Aufmerksamkeit für
ihr eigenes Äußere (z. B. Kleidung, Nägel oder Frisur).
Ferner gibt es Menschen deren Charakterstruktur gestört ist.
Man bezeichnet diese Personen als:
a: die Sensitiven;
b: die Skrupulösen;
c: als die Sektierer.
Die Sensitiven bzw. die Empfindlichen" sind Menschen,
die sich schon aufgrund der geringsten Bemerkungen verletzt
fühlen.
Die Skrupulösen bzw. die ängstlichen Zweifler" sind
Personen, die aus allem ein Problem machen und jedem lang und
breit das Pro und Kontra erörtern.
Die Sektierer oder die Eiferer" und
Phantasten" sind Individuen, die ihr eigenes Gefühl
der Ohnmacht und Schwäche zu verbergen suchen, indem sie sich
absondern und zusammenschließen.
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Zu Teil A Punkt 2.2.
Ursachen von Behinderungen
Körperbehinderungen entstehen
entweder durch Vererbung, durch Krankheiten oder durch diverse
Unfälle (Verkehrsunfälle, Arbeitsunfälle, Sportunfälle etc.)
Geistige Behinderungen bzw. die sogenannte Oligophrenie hat
verschiedene Ursachen. Zu nennen wären endogene
Faktoren" wie Erbanlagen und Keimschäden und exogene
Faktoren" wie Erkrankungen oder Verletzungen des Gehirns z.
B. durch einen Unfall.
Ferner seien noch strukturelle Faktoren" des Milieus zu
erwähnen, die auf dem Wege der Beeinträchtigung der
Entfaltungsmöglichkeiten Ursache für eine geistige Behinderung
sein können.
Soziale Behinderungen sind zum einen auf Vererbung (Psychopathen)
und zum anderen auf Umwelteinflüsse (Psychopathisierte oder
Soziopathen) zurückzuführen.
Weitere Ursachen für die soziale Behinderung sind ebenso
Neurosen und Psychosen, worauf ich an dieser Stelle nicht weiter
eingehen möchte.
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Punkt: 2.3.
Minderwertigkeitsgefühle
Viele Menschen, die behindert
sind, leiden unter einem erworbenen Minderwertigkeitskomplex.
Der sog. Minderwertigkeitskomplex resultiert aus einem
unterentwickelten Selbstgefühl bzw. Minderwertigkeitsgefühl und
die darauf entsprechenden Reaktionen.
Minderwertigkeitsgefühle sind Gefühle tiefgreifender
Verschlossenheit bzw. Unzulänglichkeit und Unterlegenheit in
körperlicher, geistiger, seelischer oder sozialer Hinsicht, nach
A. Adler eine Folge der Kindheitsentwicklung (Erleben der
Kleinheit, Unbeholfenheit gegenüber dem Erwachsenen und
Fehlerziehung in Form von Verwöhnung oder Überforderung).
Der Mensch entwickelt nach A. Adler unbewusste kompensatorische,
d.h., ausgleichende Strebungen, um z. B. durch übertriebenes
Leistungs- und Geltungsbedürfnis sein Minderwertigkeitsgefühl
zu verdecken. Das Selbstwertgefühl (Selbstgefühl) ist ein
erlernbares Gefühl für den eigenen Wert. Es kann das soziale
Verhalten und die Beziehungen zu anderen Menschen stark
beeinflussen.
Ein geringes oder mangelndes Selbstwertgefühl
(Minderwertigkeitsgefühl) kann zu schweren Depressionen und im
Extremfall zur Selbsttötung führen.
Der Minderwertigkeitskomplex kann auf folgende verschiedene
Weisen kompensiert oder Überkompensiert werden:
1. durch Aggression
2. durch dreistes Auftreten
3. durch Erwecken von Mitleid
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Zu Teil A Punkt: 2.4. Der
Marginale Mensch
Für den behinderten Menschen
ist es überaus wichtig, dass er seine Behinderung bzw. sein
Handicap bewusst akzeptiert und sich klar darüber wird, was er
kann und was er nicht kann.
Er muss nach langem Kampf und wider besseres Wissen gehegter
Hoffnung akzeptieren, dass seine Behinderung unwiderruflich ist
und dass es eine völlige Besserung niemals geben wird, denn er
wird in größerem oder kleinerem Maße immer a n d e r s
" sein.
Behinderte, die ihr Leiden nicht akzeptieren sind marginale
Menschen.
Der marginale Mensch tut so, als sei er völlig normal, obwohl er
behindert ist. Aufgrund dessen lebt er auf der Grenze zweier
Welten.
Der marginale Mensch ist Übrigens ein Kennzeichen unserer Zeit.
Der Mensch, der z. B. so tut, als habe er Bildung, und der
dennoch kulturlos ist.
Der marginale Mensch ist der innerlich unaufrichtige Mensch, der
Mensch, der eigentlich nirgendwo zu Hause ist.
Der Mensch, der so tut als ob.....und der nie zur
Selbsterkenntnis gelangt. Der marginale Mensch schämt sich
beispielsweise, Arbeiter zu sein, nicht akademisch gebildet zu
sein, eine Frau zu sein, seinen Urlaub n u r im eigenen Land zu
verbringen, behindert" zu sein.
Kommt die Anerkennung der Behinderung des marginalen Menschen
nicht zustande, versperrt dieser seine eigenen Möglichkeiten.
An dieser Stelle muss betont werden: wer die Dinge verdrängt und
beiseite schiebt und die Realität nicht akzeptieren will, wird
tatsächlich erfahren, dass das beste Mittel, etwas zu behalten,
der Versuch ist es zu vergessen.
Erst dann, wenn der Behinderte zur Anerkennung seines Leidens
gelangt ist, kann es zur Anpassung und zur Entkrampfung kommen.
Es ist selbstverständlich, dass neben der Haltung der Eltern,
der Verwandtschaft und der Erzieher vor allem die allgemeine
Lebensüberzeugung des Behinderten von größter Bedeutung ist,
denn ein Handicap kann durchaus Möglichkeiten eröffnen, die
für den Behinderten und seine Umgebung einen großen Reichtum
und Segen hervorbringen können.
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Zu Teil A Punkt: 3 Der
Behinderte in der Gesellschaft
Ehemaliges Schicksal
Behinderter
Behinderte Menschen gehörten
z.B. im Mittelalter zum Abschaum" und zum
Ausschuss" der Gesellschaft. Sie dienten einst dem
Vergnügen der Normalen"; sie wurden oftmals als
verhext" oder vom Teufel besessen"
angesehen.
Auf mittelalterlichen Kunstwerken (Gemälden) und Zeichnungen
kann man deutlich erkennen, wie erbärmlich bzw., ergreifend das
Schicksal Behinderter einmal war. Im alten Sparta war der Tod das
Schicksal eines behinderten Menschen.
Der Vater musste sein eigenes Kind beim Anzeichen eines
erkennbaren Gebrechens (Missbildung) sofort töten.
Nachdem sich die sog. Caritas (Nächstenliebe, Mildtätigkeit)
für die Behinderten mit dem Christentum entwickelte, brach sich
die Nächstenliebe. wenn auch nur etappenweise bzw., schleppend
auch für diese Menschen, Bahn.
Die Irren" Westeuropas wurden im 17. Jahrhundert
zusammen mit Verbrechern, Bettlern und Arbeitslosen, die sich mit
dem Niedergang der Feudalherrschaft in den Städten angehäuft
hatten, in den Arbeits-, Zucht-, und Tollhäuser eingesperrt
Ende des 18. Jahrhunderts- also mit Beginn der industriellen
Revolution, entstand ein Bedarf an freien Lohnarbeitern, was zur
Folge hatte ,dass sich die Anstalten zum größten Teil leerten.
Die "armen Irren" blieben allerdings in den Anstalten
zurück, denn sie konnten in die neue Gesellschaft nicht
eingegliedert werden.
Parallel mit der Auflösung der Arbeits -, Zucht -, und
Tollhäuser entstand eine neue, für die Heilung und Pflege der
"armen Irren" allein zuständige Behörde (Institution)
in Gestalt der medizinisch - naturwissenschaftlichen Disziplin
der Psychiatrie.
Der Arzt Philippe Pinee hatte im Jahre 1792 in Frankreich in
einer symbolischen Geste der Befreiung den armen
Irren" des Hospitals Kremlin Bicetre am Stadtrand von Paris
ihre Ketten abgenommen.
Eine vergleichbare Aktion geschah in Deutschland nicht; die
Psychiatrie kämpfte bis zur Mitte der 19. Jahrhunderts um ihre
Anerkennung.
Die sog. Irrenanstalten wurden in Deutschland erst ab 1830
etabliert bzw. gegründet.
Diese befanden sich allerdings stets in ländlichen Gebieten -
also fern von den städtischen Ballungszentren.
Der Behinderte wurde also auch weiterhin von der übrigen
Gesellschaft abgesondert.
Die den Kranken aus seinen familiären und Arbeitsbezügen
isolierende Anstaltspsychiatrie ist bis heute die überwiegende
Form der Psychiatrischen Versorgung geblieben.
Behinderte Kinder hielt man bis ins 18. Jahrhundert hinein für
unerziehbar; man Überließ sie jahrhundertlang sich selbst und
nur unregelmäßig versuchte man die bösen Geister mit magischen
Mitteln aus ihnen zu verbannen.
Der spanische Mönch Pedro Ponee des 16. Jahrhunderts erfand eine
Vorgehensweise, mit der man Taubstumme in ihrer Lautsprache
vielversprechend unterrichten konnte.
Im nächsten Jahrhundert wurde die Möglichkeit entdeckt,
Taubstummen durch Abtasten der Lippen das Lernen zu ermöglichen.
Im Jahre 1770 errichtete dann der Abbe`de 1`Epee (1712 - 1789) in
Paris die erste private Taubstummenlehranstalt.
Die erste staatliche Taubstummenlehranstalt wurde 1778 von Samuel
Heinsius in Leipzig errichtet.
Jetzt erst wurde voll erkannt, dass Gemüt und Denken nur
gedeihen, wenn die Sprache entwickelt wird.
Nun war Taubstummheit nicht mehr gleichbedeutend mit dem Verlust
der Sprachfähigkeit.
Der Abbe`de 1 Epee`erkannte ferner, dass Kinder, die zugleich
taubstumm und blind geboren werden, ebenfalls bildungsfähig
sind.
Die erste Schule blinder Kinder wurde im Jahre 1774 von Valentin
Hauy in Paris gegründet.
Nach dem 18. Jahrhundert folgten Berlin und Wien dem Beispiel von
Valentin Hauy.
Die noch heute gebräuchliche Blindenschrift wurde von Louis
Breille (1809 - 1852 ) , einem weltbekannten Blindenlehrer, der
im Alter von drei Jahren sein Augenlicht verlor, erschaffen. Ein
Überzeugendes Beispiel für die Erziehungs- und
Bildungsmöglichkeit behinderter Kinder ist die amerikanische
Schriftstellerin Helen Keller (1880 - 1968), die im Alter von
neunzehn Monaten blind und taub geboren wurde.
Nach dem ersten Anstoß des deutschen Psychiaters Franz Behring
(1773 - 1829 ) gelang es Ärzten und Pädagogen angeborenen
Schwachsinn von erworbenen Störungen zu differenzieren und eine
Fülle von Bildsamkeit da zu entdecken, wo für den
wissenschaftlich Ungeschulten alle Hoffnung verloren schien.
Schwachsinnige, gestörte und neurotische Kinder konnten von
Hemmungen und Ängsten befreit werden, so dass sie ebenfalls
geistig weiter gefördert werden konnten.
Im Jahre 1944 wurde in Philadelphia auf der internationalen
Arbeitskonferenz festgelegt, dass der behinderte Mensch ebenfalls
Über alle Möglichkeiten der Schulung, Fortbildung und
Berufswahl verfügen sollte, denn arbeiten ist eine moralische
Pflicht und ein menschliches Grundrecht für jedermann; sei er
nun voll einsatzfähig oder behindert.
Die Vereinbarung bzw. die Entscheidung über die Menschenrechte
fiel bei den Vereinten Nationen im Jahre 1948.
Darin ist festgelegt, dass jeder - also auch der behinderte
Mensch - ein Recht auf Arbeit und auf Schutz vor Arbeitslosigkeit
hat.
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Zu Teil A.: Punkt 4: Der
Behinderte in der Gesellschaft
Die allgemeine Einstellung, dass der Mensch zu produzieren hat, also in diesem engen Sinne
produktiv sein muss, und die Annahme, dass der Körper des
Menschen ansehnlich bzw. schön sein sollte, lenkt dazu, dass nicht wenige "Nicht - Behinderte" mit Vorurteilen und
falschem Mitleid, mit einer Verallgemeinerung und Übertragung
ihrer eigenen Produktivität und Körperlichkeit die Behinderten.
abstempeln, stigmatisieren (Bezeichnung für die Zuordnung
bestimmter von der Gesellschaft negativ bewerteter Merkmale auf
ein Individuum, das damit sozial gebrandmarkt wird),
diskriminieren (feindselige Einstellung gegenüber Einzelnen oder
Gruppen) und sie im besten Fall gerade nur dulden, aber nicht
wirklich akzeptieren.
Obwohl die Toleranzschwelle hier und dort etwas gesenkt wird,
geht die Anerkennung der Behinderten noch längst nicht immer
ohne Widerstände vor sich.
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Zu Teil A Punkt 4.1
"Der sozial Behinderte in der Gesellschaft"
Die sozial Behinderten stellen
eine besonders schwierige Gruppe dar. Es sind Menschen, die oft
hinsichtlich ihres Körpers und Verstandes ganz normal sind,
jedoch im Aufbau ihrer Beziehungen und ihrer Anpassung gegenüber
ihren Mitmenschen behindert sind.
Die sozial Behinderten oder Psychopathen werden nach erworbenen
oder angeborenen Verhaltensstörungen entweder als Psychopathen
oder als Soziopathen bzw. Psychopathisierte bezeichnet.
Bei den zuletzt genannten werden Anpassungsstörungen
hauptsächlich durch Umwelteinflüsse verursacht, wobei zur Zeit
noch keine herrschende Meinung darüber existiert, ob
Verhaltensstörungen durch Vererbung oder Umwelteinflüsse
hervorgerufen werden.
Sozial Behinderte können auf verschiedenen Gebieten entgleist
sein.
An diesem Punkt setzt die Heilpädagogik als
erziehungswissenschaftliche Lehre von der Führung sozial
Behinderter, abnorm gehemmter Kinder und Jugendlicher an.
Sozial behinderte Kinder werden in Spezialschulen wie Schulen
für Schwererziehbare, Internate oder besonderen Heimen
untergebracht, wo sich Heilpädagogen bemühen in besonders
schwierigen Umständen besonders schwierige Kinder zu erziehen.
Dies erfordert ein großes Maß an Vertrauen und Glauben, Zeit,
Geduld und notwendigen Voraussetzungen und Mittel.
Heilpädagogische Erziehung und/oder Umerziehung beinhaltet das
sozial Behinderte mit "anderen" in Beziehung treten,
das der Heilpädagoge sie tun lässt, was zu verantworten ist
bzw. sie nicht tun lässt, was nicht zu verantworten ist.
Der sozial Behinderte muss vor allem lernen - sein Triebleben zu
beherrschen. Diese erzieherische Arbeit gilt als besonders
schwierig und ist mit ständigen Rückfällen verbunden.
Für den Psychopathen ist charakterisierend, dass sein Triebleben
gestört bzw. einzelne Triebe zu stark ausgeprägt sind. Er ist
unfähig, seine abnorm stark ausgeprägten Neigungen zu
beherrschen bzw. zu kontrollieren.
Wie bereits erwähnt, kann er bezüglich seines Verstandes
allerdings durchaus der Regel entsprechen. Oftmals handelt es
sich sogar um sehr intelligente Menschen.
Je nach dem, welcher Trieb im einzelnen gestört bzw. besonders
stark ausgeprägt ist, lassen sich Psychopathen unterscheiden in
z.B. Kleptomanen, Sadisten, Masochisten, Exhibitionisten, Voyeure
und Pyromanen.
Diese Personengruppen geraten aufgrund ihrer unangepasster und/oder unerlaubten Handlungen oft mit dem Gesetz in Konflikt,
was gleichzeitig bedeutet, dass sie eine Gefahr für die
Gesellschaft darstellen.
Dieses Gefahr ist am Beispiel eines Pyromanen leicht zu erkennen.
Wählt der Pyromane (Brandstifter) - um Feuer zu legen - z.B. ein
Wohnhaus aus, so schweben die darin wohnenden Menschen in
Lebensgefahr.
Man erkennt also, dass er die Folgen seiner Handlung weder für
sich selbst noch für andere Menschen bedenkt und somit eine
Bedrohung für die Gemeinschaft entsteht.
Dieses zum Teil gut vorbereitete Handeln und das Nichtbedenken
der Konsequenzen ist bezeichnend für jeden Psychopathen.
Eine weitere Gefahr für die Gesellschaft liegt darin, dass Psychopathen ihre Abweichung der Triebe sehr geschickt tarnen. So
kann das nichtgeschulte Auge eines Normalbürgers einen
Psychopathen nicht erkennen und kann daher leicht sein Opfer
werden.
Um das Risiko für die Gemeinschaft zu verringern bzw. zu
vermeiden, ist es erforderlich (nicht, weil man ihn als einen
schlechten und minderwertigen Menschen betrachtet, sondern , um
die Gemeinschaft gegen ihn zu schützen und ihn zu behandeln), dass der Psychopath geschützt, resozialisiert oder therapiert
wird.
Die Gesellschaft darf nicht Opfer vom abweichendem Verhalten
eines Psychopathen werden. Daher ist es wichtig einen
Psychopathen im Falle einer Straftat in eine therapeutische oder
sozialtherapeutische Anstalt einzuweisen, da hier,- im Gegensatz
zur Strafanstalt, - seine abnormen Neigungen beurteilt und
behandelt werden können, um ihn entsprechend zu resozialisieren.
Um auf den Pyromanen zurückzukommen, kann man sagen, dass es
sinnlos ist, ihn einer langjährigen Zuchthausstrafe zu
unterziehen.
Entweder wird er selbst an diesem Ort eine Möglichkeit finden -
seinen Trieb zu befriedigen - oder spätestens nach seiner
Freilassung stellt er wiederholt eine Gefahr für die
Gesellschaft dar.
Nur eine darauf abgestimmte Therapie bei einem Psychotherapeuten
oder einem Psychiater kann eine erneute Gefahr vermindern oder
ausschließen.
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Zu Teil A Punkt 4.2
"Der geistig Behinderte in der Gesellschaft"
Allgemein kann man sagen, wer
in seiner psychischen Gesamtentwicklung und seiner Lernfähigkeit
so sehr beeinträchtigt ist, dass er voraussichtlich lebenslanger
sozialer und pädagogischer Hilfen bedarf, gilt als geistig
behindert.
Man könnte vom "geistig Behinderten" auch vom
"praktisch Bildbaren" sprechen, um damit deutlich zu
machen, dass hier nicht die "unanschaulich
Begriffliche" sondern "anschaulich Vollziehende"
die praktische Lernweise auf Dauer die überwiegende Möglichkeit
einer Erziehung darstellt.
Wie bereits in Punkt 2.1.2. erwähnt, weisen Ergebnisse von
Intelligenztests auf den Schweregrad einer geistigen Behinderung
hin.
Geistig schwer Behinderte sind Menschen, bei denen der
"IQ" zwischen 40 und 25 liegt. Die geistige Störung
ist so groß, dass verbale Verständigungs- und
Ausdrucksmöglichkeiten nur begrenzt gegeben sind. Simple
Gewohnheiten wie z.B. Nahrungsaufnahme und Toilettenreinigung
können allerdings gelernt werden.
Noch stärker geschädigte Menschen bedürfen dauernde
Überwachung und Pflege. Oftmals bestehen hier sogar noch
zusätzliche körperliche Behinderung z.B. im Zusammenhang mit
Mongolismus.
Diese Personengruppen sind nach wie vor von der Gesellschaft
isoliert - also - abgesondert. Man findet sie auch heute noch
außerhalb von städtischen Ballungszentren in geschlossenen
psychiatrischen Anstalten, wo sie ständiger Pflege und Betreuung
unterliegen.
Eine gewisse Distanz zur Außenwelt muss gewahrt werden, um den
Behinderten selbst und die Gesellschaft zu schützen.
Die schwerst und schwer Behinderten sind sich in keiner Weise
über etwaiges handeln und noch weniger über die Folgen ihres
Handelns bewusst.
Ein Oligophrener (Debile) bzw.
ein Leichtbehinderter mit einem "IQ" von 65 bis 80 kann
in sozialer und lebenspraktischer Hinsicht eine Sonderschule für
Lernbehinderte besuchen und später in einen leichten (un- oder
angelernten) Beruf ausüben.
In Bezug auf die Lernfähigkeit sind diese Menschen so
eingeschränkt, dass sie sich des Lesens und Schreibens nicht
mächtig sind. Trotz dieser Schwäche sind sie durchaus in der
Lage, ein einfaches und zufriedenes Leben zu führen.
Es findet also eine Integration (Eingliederung) in die
Gesellschaft statt, wobei erwähnt werden sollte, dass der
"Normalintelligente" leider oftmals den leicht
Behinderten stigmatisiert, diskriminiert oder verspottet.
Neben den Lerndebilen gibt es auch noch die sogenannten
"Lerndebilen". Im Gegensatz zu den Lerndebilen sind die
Lebensdebilen nicht in der Lage, sich in der Schule und auch
nicht in der konkreten Situation des Lebens zu behaupten.
Bei geistig Behinderten mit einem "IQ" unter 60 bis 65
(Imbezille) ist eine Selbständigkeit sowohl in sozialer als auch
in wirtschaftlicher Hinsicht undenkbar.
Aufgrund dessen werden diese im allgemeinen zunächst an
Sonderschulen für geistig Behinderte und später in
beschützenden Werkstätten gefördert.
Beschützende Werkstätten sind Arbeitsstätten für Jugendliche
und Erwachsene, die wegen ihrer Behinderung in der freien
Wirtschaft keinen Arbeitsplatz finden können. Sie sind keine
Stätten bloßer Bewahrung, Pflege oder gar Isolierung geistig
Behinderter, sondern haben vielmehr folgende Funktionen:
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Sie sollen den geistig
Behinderten ein sinnvolles, erfülltes Leben
ermöglichen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist
das "sich - nützlich - machen" in den
Fähigkeiten des Behinderten zu produktiver Arbeit. Damit
gliedert man den Behinderten in dem ihm möglichen Maß
zugleich in das allgemeine Arbeitsleben ein.
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Die beschützenden
Werkstätten übernehmen im Rahmen des möglichen eine
gewisse Weitererziehung, denn noch weniger als bei
Nichtbehinderten, ist seine Erziehung in einem bestimmten
Alter als abgeschlossen zu betrachten. Häufig werden bei
sinnvoller Führung auch im Erwachsenenalter gewisse
seelisch - geistige Fortschritte gemacht. Neben der
Erziehung zu
Arbeitstugenden wie Sorgfalt, Zuverlässigkeit,
Umgänglichkeit etc. wird der Behinderte auch zu
sinnvoller Feierabendgestaltung und Teilnahme im
jeweiligen Lebenskreis erzogen.
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Die beschützenden
Werkstätten leiten den geistig Behinderten im Rahmen
seiner Möglichkeiten an, einen mehr oder minder großen
Teil zu seiner wirtschaftlichen Selbsterhaltung
beizutragen. Den Behinderten wird damit das absolute
Abhängigkeits- und Angewiesenheitsgefühl auf
Unterstützung genommen.
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Die beschützenden
Werkstätten haben die besondere Funktion des Schützens
des geistig Behinderten. Einen Konkurrenzkampf auf dem
freien Arbeitsmarkt sind sie nicht gewachsen.
Normaldifferenzierte Arbeitsanforderungen würden sie
wesentlich überfordern und ihre Leistungen auf ein maß
reduzieren, das weit unter ihren Möglichkeiten liegt,
oder körperliche und seelische Krisen würden sie in
kurzer Zeit arbeitsunfähig machen. Geistig Behinderte
vermögen nur ein Optimum zu leisten, wenn ihnen
besondere Obhut zuteil wird. Wird ihm dieser Schutz
versagt, fällt er - ganz abgesehen von seinem Schicksal
- nicht nur als Glied im Wirtschaftsleben völlig aus,
sondern bedarf zusätzliche elterliche und weitgehend
staatliche Unterstützung; meistens in der
Größenordnung der Unterbringungskosten in einer Anstalt
oder in einem Heim. Das Schützen stellt jedoch keine
feste Größe dar. Mit zunehmender Reifung des
Behinderten soll sie abnehmen und Arbeitsverhältnissen
Platz machen, die mehr und mehr die der freien Wirtschaft
ähneln.
Ferner kommt der
ärztlichen Betreuung aller genannten Personengruppen
eine besondere Bedeutung zu.
Zunächst hinsichtlich der Krankheiten und sonstigen
Schädigungen, die die geistige Behinderung verursachen.
Sofern hier die Medizin auch nicht zu heilen vermag, wird
sie doch so weit als möglich den zustand zu bessern,
negative Prozesse zum Stillstand zu bringen oder zu mindestens zu verlangsamen versuchen. Darüber hinaus
ist die ärztliche Sorge für einen optimalen
Allgemeinzustand des geistig Behinderten einschließlich
der Beachtung zusätzlicher anderweitiger Schäden von
großer Wichtigkeit. Hinsichtlich des sozialen
Aufgabenbereichs ist - abgesehen von der Schaffung
rechtlicher Grundlagen wie z.B. ein
Bundessozialhilfegesetz - einerseits an die vielfältigen
Erfordernisse einer wirtschaftlichen und sachlichen
Unterstützung des geistig Behinderten sowohl
hinsichtlich seiner
Erziehung, Ausbildung und arbeitsmäßigen Eingliederung
als auch hinsichtlich seiner besonderen
Alltagsbedürfnisse und seiner Pflege zu denken.
Andererseits gilt es, notwendige Maßnahmen zu treffen
zur Entlastung häuslicher Erzieher durch die Eröffnung
von Wohnheimen und Heimplätzen.
Ein weiterer Aspekt ist die heilpädagogische Aufgabe,
die sich mit der vorliegenden Erziehbarkeit, ihren
Zielen, Grenzen und Methoden beschäftigt. Die
heilpädagogische Diagnostik vermittelt schließlich eine
Beziehung zwischen Öffentlichkeit und Erziehung des
geistig Behinderten.
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Zu Teil A Punkt 4.3
"Der körperlich Behinderte in der Gesellschaft"
Die Zahl der mehr oder weniger
ernsthaft körperlich Behinderten nimmt in der heutigen Zeit, die
durch Technisierung und Wohlstand gekennzeichnet ist, ständig
zu.
Eine Folge aus der ständig zunehmenden Technisierung und des
damit verbundenen psychischen und physischen Stress sowie den
Drang, diesen durch entsprechende Freizeitaktivitäten zu
kompensieren, sind mehr Verkehrs- Arbeits- und Sportunfälle.
Für Menschen, die nicht von
Geburt an körperbehindert sind, sondern erst im Laufe ihres
Lebens von einem unheilbaren Leiden heimgesucht werden, ist es
oftmals besonders hart, sich dieser veränderten Situation
anzupassen.
Der behindert geborene Mensch hat es in dieser Hinsicht manchmal
weniger schwer. Obwohl die Gesellschaft ihre Einstellung zu
körperbehinderten Menschen in den letzten Jahrhunderten und
speziell in den letzten in den letzten fünfzig Jahren positiv
verändert hat, stehen diese Menschen auch heute noch diversen
Problemen innerhalb der Gesellschaft gegenüber.
Leider ist unsere Welt oftmals
nur für "normale- also nicht körperlich Behinderte
Menschen ausgestattet. Der nicht körperlich Behinderte Mensch
schließt oft von sich auf andere. Aufgrund dessen hat er
körperlich Behinderten Menschen gegenüber Vorurteile und/oder
falsches Mitleid; allenfalls werden sie toleriert, aber nicht
wirklich akzeptiert.
So wird nicht selten die Teilnahme körperbehinderter Menschen am
leben der Gesellschaft noch durch die Reaktion der Umwelt auf die
sichtbare Behinderung zusätzlich erheblich beschwert. Dadurch
können Minderwertigkeitsgefühle entstehen, die den Betroffenen
noch mehr belasten.
Da die moderne Wissenschaft und Technik eine Reihe spezieller
Hilfsmittel zum Ausgleich oder zur Verbesserung einer
körperlichen Behinderung bietet, können körperlich Behinderte
in immer größerer Zahl am Leben der Gesellschaft teilnehmen.
Voraussetzung dafür ist, dass die Welt für körperlich
Behinderte auch lebenswert und bewohnbar gemacht werden muss,
d.h. Orte, wie z.B. Museen, Theater und Kinos sollten auch für
z.B. Menschen im Rollstuhl zugänglich gemacht werden und nicht
durch Drehtüren, Treppen, Bordsteine und ähnliche Barrieren
schwer bzw. gar nicht zu erreichen sein.
Jegliche Verbesserung in diesem Bereich verschafft dem
körperlich Behinderten mehr Lebensfreude und hilft ihm zur
Anerkennung seines Leidens zu gelangen.
Wenn der Behinderte zur Anerkennung seines Leidens gelangt ist,
kann es zur Anpassung und damit zur Entkrampfung kommen.
Hauptsächlich geht es um Selbsterkenntnis, und zwar, um die
Begegnung mit dem anderen und um die Aktivierung der
Möglichkeiten, die dem körperlich Behinderten noch verblieben
sind oder die er gerade wegen seiner Behinderung hat.
Leider werden Behinderte sehr
häufig vernachlässigt. Diese Vernachlässigung kann im
Materiellen liegen, indem z.B. ein Mangel an Nahrung, Kleidung
oder Obdach vorhanden ist oder keine finanziellen Mittel für
z.B. spezielles Schuhwerk oder Prothesen zur Verfügung stehen.
Neben der materiellen Vernachlässigung tritt häufig eine
Vernachlässigung im Gefühlsbereich auf.
Auch der körperlich Behinderte hat das Bedürfnis nach
Geborgenheit, Anerkennung, Wertschätzung und Liebe, sowie
sexuell körperlicher Befriedigung.
In diesem Bereich liegen häufig die Ursachen psychischer
Fehlentwicklungen behinderter Kinder.
Ferner gibt es noch die
pädagogische Vernachlässigung. Sie tritt dann auf, wenn
Behinderte (vor allem Kinder) nicht die Erziehung erhalten, die
sie benötigen.
Äußerungen der pädagogischen Vernachlässigung sind z.B.
unzureichende Leistung, zu große Nachsicht, übermäßige
Strenge und auch die falsche Betonung der Behinderung.
Aufgrund dieser verschiedenen Formen der Vernachlässigung
gleiten Behinderte nicht selten in die Randgruppen der
Gesellschaft ab (Bettelei, Prostitution, Verbrechen und
Unterwelt).
Die Selbstachtung der Behinderten schwindet; sie fangen entweder
an ihr Gebrechen auszunutzen oder fallen in tiefe Depressionen.
Neben den bisher genannten
gesellschaftlichen Problemen ist es für einen körperlich
Behinderten schwer einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden.
Obwohl Untersuchungen ergeben haben, dass Behinderte zum
größten Teil zuverlässiger sind, ihren Arbeitsplatz seltener
wechseln und sicherer arbeiten als der Durchschnitt, scheuen sich
Arbeitgeber vor einer Einstellung.
Die Gründe hierfür liegen zum einen in der behindertengerechten
Ausstattung eines Arbeitsplatzes, die trotz Beteiligung des
Landesamtes für soziale Aufgaben sehr kostspielig sein kann.
Zum anderen genießen Behinderte durch eine Vielzahl von
Schutzgesetzen, die es teilweise für Arbeitgeber unmöglich
machen einen Behinderten eine Kündigung auszusprechen.
Größtenteils nehmen Arbeitgeber sogar in Kauf, weniger als die
gesetzlich vorgeschriebene 6% der Beschäftigungszahl Behinderte
zu beschäftigen und zahlen sog. Ausgleichabgaben an das
Landesversorgungsamt.
Betrachtet man diese Problematik, kann man erkennen, dass Behinderte auf der einen Seite zwar kein falsches Mitleid in
Anspruch nehmen und gleichbehandelt werden wollen wie die
Gesunden, auf der anderen Seite jedoch wollen sie auf die für
sie vorteilhaften gesetzlichen Schutzmaßnahmen und
Sondervergünstigungen nicht verzichten.
So kann in der Praxis beobachtet werden, dass im Falle einer
konjunkturellen Tiefzone die Zahl der Behinderten durch Erhöhung
des Schwerbehindertengrades sowie die Zahl der
Behindertengleichgestellten zunimmt, da hiermit ein spezieller
Kündigungsschutz verbunden ist.
Wie bereits erwähnt, muss der
Behinderte sein Handicap akzeptieren. Ist dies geschehen, ist er
durchaus in der Lage Höchstleistungen zu erzielen.
Für die Allgemeinheit ist dies am einfachsten an der Olympiade
für Behinderte zu erkennen.
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5. Schlusswort
Eine Gesellschaft ist in dem
Maße zivilisiert, indem sie sich für ihre behinderten Menschen
einsetzt.
Langsam, aber sicher lässt sich erkennen, dass die Sorgenkinder
und die Menschen in Not aus der Sphäre des Mitleids herauskommen
und zu Anerkennung und Wertschätzung gelangen.
Ganz langsam setzt sich die Auffassung durch, dass auch
diejenigen, die "Anders" sind, mitwirken dürfen und
müssen.
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